Seit 1993 gibt es das Atelierhaus Mengerzeile. Zum 20 Jubiläum vor drei Jahren drohte der Rauswurf. Mit einem neuen Eigentümer haben die Künstler eine Chance.
In der alten Pianofabrik unmittelbar an der früheren Sektorengrenze zwischen Treptow und Neukölln hatten kurz nach der Wende bildende Künstler eine Heimat gefunden. Sogar ein Gastatelier für ausländische Kollegen, die zeitweise in Berlin arbeiten wollten, gab es. Dann verstarb die hochbetagte Eigentümerin, die dem Atelierhaus positiv gegenüber stand und es eigentlich an die Künstler verkaufen wollte. Die Erben hatten an dem Kunstprojekt kein Interesse und verkauften anderweitig.

Der Versuch, mit einer Stiftung das Haus zu übernehmen, war Anfang des Jahres gescheitert. „Der Umgang mit einer Stiftung und den Banken war dem neuen Eigentümer einfach zu kompliziert. Er stand unserer Idee vom Künstlerhaus aber weiter positiv gegenüber und hat nach einer Lösung gesucht“, erzählt Eva Noack, eine der Künstlerinnen und im Vorstand des Atelierhauses.

Nun soll es umgebaut werden. Die Künstler behalten ihre Arbeitsräume und im Dachgeschoss zieht Kreativgewerbe ein. Ein nicht benötigter Anbau soll abgerissen werden und Platz für Wohnungen machen, um das ehrgeizige Projekt querzufinanzieren. Für das Projekt hatten sich unter anderem der Berliner Atelierbeauftragte und Bürgermeister Oliver Igel (SPD) eingesetzt.

Wie schwierig die Situation in Berlin insgesamt ist, zeigen die Künstler aus Alt-Treptow jetzt mit einem riesigen Transparent an der Brandmauer des Atelierhauses. Damit fordern sie, Arbeitsräume von Künstlern zu sichern. Durch steigende Nachfrage nach Wohnungen gerät der Markt für günstige Ateliers berlinweit immer mehr unter Druck. Aktuell sind im Bezirk Künstler im ehemaligen Transformatorenwerk Oberspree in Gefahr, weil die irische Immobiliengesellschaft Wohnungsbau plant.

Ralf Drescher
Beitrag Berliner Woche 26. Juni 2016

 

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Berlin bleibt nur dann die Stadt der Kunst und Kultur, wenn die Arbeitsplätze für KünstlerInnen erhalten bleiben.

Das Atelierhaus Mengerzeile

 

Seit 1993 Arbeitsstätte für mehr als 40 
internationale Künstlerinnen und Künstler

Im Jahr 1993 zogen einunddreißig internationale Künstlerinnen und Künstler in das 1908 errichtete Fabrikgebäude der Mengerzeile 1-3 in Alt-Treptow an der Bezirksgrenze zu Neukölln ein. Die ehemalige Pianofabrik Hoepfner (1880-1956), vom Tischler August Jaschinsky (1849 –  1936) gegründet, war in der DDR lange vom VEB Deutsche Schallplatte als Verkaufsstelle und Lager genutzt worden.

Die Künstlergruppe gründete im Oktober 1993 den Verein „Mengerzeile e .V.“, der bei Aufbau und Instandsetzungsarbeiten finanzielle Hilfestellung vom Bezirksamt Treptow erhielt.

Hauptmieter der ca. 2000 Quadratmeter Nutzfläche war zunächst die Atelier-GmbH des Kulturwerks im BBK Berlin. 1997 übernahm der Verein Mengerzeile e.V. den Hauptmietvertrag und verwaltet das Atelierhaus seitdem selbst.

Ziel des Vereins ist die Förderung von Kunst und Kultur, der Erhalt bezahlbarer Ateliers sowie die Organisation eines internationalen Künstleraustausches. Dem dient die 2001 eröffnete Kunsthalle m3 -mittlerweile in Berlin eine Institution-, die sich ebenso wie das bereits seit 1994 bestehende Gastatelierprogramm zunehmender Beliebtheit erfreut.

Kurz nach dem 20 jährigen Jubiläum wurde das Gebäude an einen Privatinvestor verkauft und der Mietvertrag gekündigt. Das Atelierhaus Mengerzeile stand vor dem Aus. Die Künstlerinnen und Künstler haben erfolgreich für den vorläufigen Erhalt des Standortes gekämpft.

Der Verein Mengerzeile e.V.

Der Verein erweist sich seit mehr als 20 Jahren als tragfähige und solvente Struktur, mit der über 40 Arbeitsplätze bewirtschaftet werden. Das Atelierhaus Mengerzeile ist ein relevanter Kulturstandort, dessen Erhalt in Zeiten der Gentrifizierung, der Verdrängung von KünstlerInnen aus der Innenstadt, von größter Bedeutung ist. In Berlin fehlen bis zu 2000 bezahlbare Atelierplätze.

Kunsthalle m3 - Aktuelle Ausstellung

Memory Fiction

Memory Fiction
7 Oct 2016 - 16 Oct 2016

Andreas Walther

 




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